Mythologie und Religion
Buddhistische und hinduistische Vornamen: Herkunft, Bedeutung und Schreibweisen
Sucht ihr für euer Kind einen Vornamen mit buddhistischem oder hinduistischem Hintergrund? Diese Namen stammen oft aus alten Sprachen wie Sanskrit oder Pali und sind eng mit historischen Schriften, philosophischen Konzepten oder mythologischen Figuren verbunden. In diesem Beitrag findet ihr eine Auswahl an Namen aus diesen Traditionen, aufgeschlüsselt nach ihrer dokumentierten Herkunft und Bedeutung. So könnt ihr fundiert entscheiden, welcher Vorname zu euren Vorstellungen passt.
Sprachliche und kulturelle Wurzeln
Wenn ihr euch mit Namen aus dem Hinduismus und Buddhismus beschäftigt, stoßt ihr unweigerlich auf bestimmte alte Sprachen. Das Sanskrit ist die klassische Sprache der Veden (der ältesten hinduistischen Schriften) und vieler früher buddhistischer Texte. Pali ist die Sprache des Theravada-Buddhismus, in der die ältesten überlieferten Lehrreden des Buddha verfasst wurden. Darüber hinaus spielen das Tibetische für den Vajrayana-Buddhismus sowie moderne indische Sprachen wie Hindi eine große Rolle.
Hinduistische Namen leiten sich sehr oft von Gottheiten, deren Beinamen oder Helden aus großen Epen wie dem Mahabharata ab. Buddhistische Namen hingegen beziehen sich häufiger auf spirituelle Konzepte, Tugenden oder historische Weggefährten des Buddha. Da sich beide Religionen auf dem indischen Subkontinent entwickelt haben, gibt es viele Überschneidungen und Namen, die in beiden Traditionen verankert sind.
Die Namen und ihre Herkunft
Hier findet ihr eine Übersicht von Namen, die in buddhistischen oder hinduistischen Kontexten verwendet werden. Die Bedeutungen sind entsprechend ihrer Belegbarkeit eingeordnet.
- Ananda: Dieser Name stammt aus dem Sanskrit und Pali. Die dokumentierte Bedeutung ist "Glückseligkeit" oder "Freude". Ananda war der Cousin und einer der engsten Schüler des historischen Buddha.
- Arjun: Ein dokumentierter Sanskrit-Name, der "weiß", "klar" oder "strahlend" bedeutet. Arjun (oder Arjuna) ist einer der zentralen Helden im hinduistischen Epos Mahabharata.
- Asha: Die indische Namensform Asha gehört zu Sanskrit āśā, „Hoffnung“ oder „Wunsch“. Die gleich geschriebene Swahili-Form hat eine andere Wortgeschichte und ist mit „leben“ verbunden.
- Bodhi: Dieser Begriff stammt aus dem Sanskrit und Pali und ist als "Erwachen" oder "Erleuchtung" dokumentiert. Im Buddhismus ist der Bodhi-Baum die Pappel-Feige, unter der Siddhartha Gautama sein Erwachen erlangte.
- Devi: Ein Sanskrit-Wort, das schlicht "Göttin" bedeutet. Im Hinduismus wird der Begriff oft als Titel für die weibliche Ausprägung des Göttlichen verwendet.
- Indira: Dieser Name geht auf das Sanskrit zurück und bedeutet "Schönheit" oder "Glanz". In der hinduistischen Tradition ist es ein bekannter Beiname der Göttin Lakshmi.
- Karma: Ein zentraler Begriff aus dem Sanskrit, der dokumentiert "Tat", "Handlung" oder "Wirken" bedeutet. Während er im Westen meist als philosophisches Konzept bekannt ist, wird Karma besonders im tibetischen Buddhismus auch als Vorname (für alle Geschlechter) vergeben.
- Kavi: Ein dokumentierter Sanskrit-Name mit der Bedeutung "Dichter" oder "weiser Mann". In alten vedischen Texten bezeichnet das Wort oft jemanden mit besonderer Einsicht.
- Kiran: Die lateinische Wortgrundlage dieses Sanskrit-Namens bedeutet "Lichtstrahl" oder "Sonnenstrahl". Er wird im indischen Sprachraum für Jungen und Mädchen vergeben.
- Maya: Der Name wird verbreitet mit "Illusion" oder "Schöpferkraft" übersetzt, wenn man sich auf das Sanskrit bezieht. In der buddhistischen Überlieferung hieß die Mutter des Buddha Maya. Der Name hat jedoch auch völlig eigenständige, dokumentierte Ursprünge im Griechischen und Hebräischen. Eine einzige pauschale Bedeutung wäre hier zu ungenau.
- Mila: In der slawischen Namensgeschichte ist Mila eine Kurzform von Namen mit dem Element milŭ, „lieb“ oder „teuer“. Im nordischen Namensgebrauch gibt es weitere Kurzformen, etwa über Milla zu Camilla oder Emilia. Die slawische Bedeutung gilt nicht automatisch für diese Formen. Ein Bezug zu einer buddhistischen Persönlichkeit wäre ein persönliches Benennungsmotiv; daraus folgt keine gesicherte buddhistische Wortherkunft dieser Kurzform.
- Nila: Ein Name aus dem Sanskrit. Die dokumentierte Bedeutung ist "dunkelblau" oder "saphirblau".
- Priya: Dieser Vorname geht auf das Sanskrit zurück; die Wortgrundlage bedeutet "geliebt" oder "die Liebste".
- Ravi: Ein dokumentierter Sanskrit-Name, der "Sonne" bedeutet. Ravi ist auch der Name des hinduistischen Sonnengottes.
- Rohan: Der indische Name Rohan gehört zu Sanskrit rohaṇa, „Aufstieg“. Unabhängig davon bezeichnet Rohan in Tolkiens erfundener Welt ein Land. Dieser literarische Bezug ist keine Herleitung des indischen Namens.
- Siddhartha: Dieser Name ist aus dem Sanskrit als "der sein Ziel erreicht hat" dokumentiert. Es ist der Geburtsname des historischen Buddha (Siddhartha Gautama).
- Sita: Ein dokumentierter Sanskrit-Name mit der wörtlichen Bedeutung "Ackerfurche". In der hinduistischen Mythologie ist Sita die Ehefrau von Rama und eine zentrale Figur im Epos Ramayana.
- Tara: Die oft genannte Übersetzung für diesen Sanskrit-Namen ist "Stern" oder "Retterin". Tara ist sowohl im Hinduismus eine wichtige Göttin als auch im tibetischen Buddhismus ein zentraler weiblicher Buddha.
- Tenzin: Dieser Name stammt aus dem Tibetischen. Die dokumentierte Bedeutung lautet "Halter der Lehre". Es ist einer der Vornamen des aktuellen Dalai Lama und wird in Tibet häufig vergeben.
- Veda: Ein Sanskrit-Wort, das "Wissen" oder "Erkenntnis" bedeutet. Die Veden sind die ältesten und wichtigsten heiligen Schriften des Hinduismus.
- Yash: Ein kurzer, dokumentierter Sanskrit-Name. Seine Bedeutung lautet "Ruhm", "Ehre" oder "Erfolg".
Transkription und Aussprache im Alltag
Wenn ihr euch für einen Namen aus dem Sanskrit, Pali oder Tibetischen entscheidet, wählt ihr einen Namen, der ursprünglich in einer anderen Schrift (wie Devanagari oder der tibetischen Schrift) verfasst wurde. Das bringt für den Alltag in einem deutschsprachigen Umfeld einige Besonderheiten mit sich.
Die Übertragung in das lateinische Alphabet führt oft zu verschiedenen Schreibvarianten. Zudem gibt es in indischen Sprachen Laute, die im Deutschen nicht existieren. Ein klassisches Beispiel ist das aspirierte "th" in Siddhartha oder das "dh" in Bodhi. Im Ursprung wird hier ein "t" oder "d" mit einem hörbaren, behauchten "h" gesprochen. Im deutschen Sprachraum werden diese Namen meist an die hiesigen Lesegewohnheiten angepasst und einfach mit einem harten "t" oder weichen "d" ausgesprochen.
Sprecht eure Favoriten laut zusammen mit eurem Nachnamen aus. Achtet darauf, wie der Übergang vom letzten Buchstaben des Vornamens zum ersten Buchstaben des Nachnamens klingt. Ein flüssiger Übergang ohne Stolpern erleichtert dem Kind später das Vorstellen.
Wie ihr eure Auswahl trefft
Die Suche nach dem passenden Namen erfordert oft etwas Abstimmung zwischen euch beiden. Legt am besten zunächst unabhängig voneinander fest, welche Namen euch grundsätzlich zusagen. So beeinflusst ihr euch nicht gegenseitig.
Dabei unterstützt euch HeyName. Ihr könnt eure Geräte per Einladung verbinden und die App gemeinsam nutzen. Über die Filterfunktion könnt ihr gezielt nach Namen bestimmter Herkunft oder Länge suchen. Jeder von euch bewertet die vorgeschlagenen Namen unabhängig voneinander als "Favorit", "Vielleicht" oder "Passt nicht". Namen, die ihr beide als Favorit markiert habt, erscheinen anschließend als eure gemeinsamen Treffer. Diese engere Auswahl könnt ihr dann in Ruhe besprechen und in der App direkt ausprobieren, wie der Vorname zusammen mit einem möglichen Zweitnamen und eurem Nachnamen aussieht.
Stand: