Sprachen und Länder

Walisische Vornamen und ihre Bedeutung

Wenn ihr nach einem Vornamen sucht, der im deutschen Sprachraum selten, aber historisch tief verwurzelt ist, lohnt sich ein Blick nach Wales. Die walisische Sprache gehört zu den keltischen Sprachen und hat eine ganz eigene Namens- und Lautstruktur. In diesem Beitrag findet ihr eine Auswahl walisischer Vornamen, ihre dokumentierten Ursprünge und Hinweise zur Herleitung. So könnt ihr besser einschätzen, ob ein Name aus dieser Region zu eurem Nachnamen passt.

HeyName · 6 Min. Lesezeit

Die Wurzeln der walisischen Namenskultur

Walisische Vornamen stammen aus dem britannischen Zweig der inselkeltischen Sprachen. Sie unterscheiden sich damit sprachhistorisch von irischen oder schottischen Namen, die zum gälischen Zweig gehören. Viele traditionelle walisische Namen haben ihren Ursprung in der frühen keltischen Geschichte, in alten Herrscherdynastien oder in der walisischen Mythologie, wie sie etwa in der mittelalterlichen Textsammlung Mabinogion überliefert ist.

Ein wichtiges Merkmal dieser Namensgruppe ist die besondere Orthografie. Das walisische Alphabet nutzt Buchstabenkombinationen und Vokale anders, als ihr es aus dem Deutschen oder Englischen gewohnt seid. Das führt dazu, dass das Schriftbild für deutsche Augen oft ungewohnt aussieht und die Aussprache nicht immer direkt ableitbar ist.

Die Namen und ihre Herkunft

Arthur
Arthurs genaue Herkunft ist nicht abschließend geklärt. Eine Erklärung verbindet den Namen mit dem keltischen Wort für Bär; daneben werden weitere Ursprünge diskutiert. Bekannt ist Arthur auch durch die britische Artussage.

Carys
Dieser Name geht auf das walisische Wort "caru" zurück. Die lateinische Wortgrundlage bedeutet "lieben". Carys ist als eigenständiger walisischer Vorname dokumentiert und wird im Englischen meist mit Betonung auf der ersten Silbe gesprochen.

Dylan
Dylan ist in der walisischen Mythologie als Name eines Meeresgottes dokumentiert. Die Wortgrundlage setzt sich aus "dy" (groß) und "llanw" (Flut oder Strömung) zusammen. Im englischsprachigen Raum ist der Name seit Jahrzehnten etabliert.

Eira
Dieser kurze Vorname ist das direkte walisische Wort für "Schnee". Er reiht sich in die Gruppe der nordischen und keltischen Natur-Namen ein und ist im deutschen Sprachraum leicht auszusprechen und zu schreiben.

Evan
Evan ist als walisische Form des Namens Iefan dokumentiert, der wiederum die walisische Variante von Johannes ist. Die hebräische Wortgrundlage von Johannes bedeutet "Jahwe ist gnädig".

Gareth
Gareth ist als Rittername aus der Artussage überliefert. Seine ältere Wortbedeutung ist ungeklärt. Walisische Herleitungen werden diskutiert; „der Sanftmütige“ ist keine gesicherte Übersetzung.

Gwen
Gwen ist als weibliche Form des walisischen Wortes "gwyn" dokumentiert. Die Wortgrundlage bedeutet "weiß", "hell" oder "gesegnet". Der Name funktioniert als eigenständiger Kurzname, ist aber auch Bestandteil vieler längerer Formen.

Gwendolyn
Der Name setzt sich aus den walisischen Wörtern "gwen" (weiß, hell) und "dolen" (Ring, Bogen) zusammen. Die oft genannte Übersetzung "weißer Ring" oder "leuchtender Bogen" ist eine verbreitete Deutung dieser Bestandteile.

Idris
Der walisische Name Idris verbindet Elemente für „Herr“ und „leidenschaftlich“. Unabhängig davon ist Idris der Name eines im Koran genannten Propheten. Bei diesem Namen ist die Verbindung zum arabischen Wort für „lernen“ ein Erklärungsversuch, keine gesicherte ursprüngliche Übersetzung.

Llewellyn
Die oft genannte Übersetzung "wie ein Löwe" ist eine Deutung, die sich an das walisische Wort "llew" (Löwe) anlehnt. Sprachhistorisch wahrscheinlicher ist die Herleitung aus dem älteren keltischen Namen Lugubelenus. Der Name wird im Walisischen mit einem spezifischen, im Deutschen nicht existierenden Reibelaut am Anfang gesprochen.

Megan
Megan ist als walisische Kurz- und Koseform des Namens Margaret dokumentiert. Die griechische Wortgrundlage von Margaret (Margarites) bedeutet "Perle".

Meredith
Dieser Name geht auf den altwalisischen Namen Maredudd zurück. Die Wortgrundlage besteht aus "mared" (Meer) und "iudd" (Herr). Historisch war Meredith in Wales ein rein männlicher Vorname, wird heute im englischsprachigen Raum aber überwiegend an Mädchen vergeben.

Morgan
Der Name wird verbreitet mit "auf dem Meer geboren" übersetzt. Gesichert ist vor allem die Zugehörigkeit zum altwalisischen Namen Morcant, wobei der erste Teil "mor" als walisisches Wort für "Meer" dokumentiert ist.

Owen
Owen ist eine anglisierte Form des walisischen Owain oder des irischen Eoghan. Die ältere Bedeutung dieser Namen ist nicht zweifelsfrei geklärt. Eine Verbindung zum lateinischen Eugenius ist eine von mehreren Erklärungen.

Rhiannon
Rhiannon ist in der walisischen Mythologie dokumentiert. Der Name geht auf die ältere keltische Form Rigantona zurück; die Wortgrundlage bedeutet "große Königin".

Rhys
Rhys geht auf den altwalisischen Namen Ris zurück. Die Wortgrundlage bedeutet "Begeisterung" oder "Eifer". Im englischen Sprachraum wird der Name heute oft Reese oder Reece geschrieben, um die Aussprache zu verdeutlichen.

Seren
Seren ist das direkte walisische Wort für "Stern". Der Name wird in Wales häufig an Mädchen vergeben und ist durch seine klare Struktur auch im Deutschen unkompliziert in der Handhabung.

Tristan
Tristan wird wahrscheinlich mit dem älteren piktischen Drustan verbunden. Die französische Form wurde durch die Ähnlichkeit zu triste, „traurig“, beeinflusst. „Der Traurige“ ist deshalb keine gesicherte ursprüngliche Bedeutung des Namens.

Aussprache und Schreibweise im deutschen Alltag

Wenn ihr euch für einen walisischen Vornamen interessiert, solltet ihr prüfen, wie er sich im deutschen Sprachraum verhält. Die traditionelle walisische Schreibweise nutzt Buchstaben anders als das Deutsche. Das "w" fungiert im Walisischen häufig als Vokal (wie ein langes "u"), das "y" kann wie ein kurzes "i" oder ein dumpfes "e" klingen. Ein einfaches "f" wird im Walisischen wie ein deutsches "w" gesprochen, während ein Doppel-"ff" wie ein deutsches "f" klingt. Das "dd" entspricht dem weichen englischen "th".

Namen wie Eira, Seren oder Megan sind in Schreibweise und Aussprache auch in Deutschland eindeutig. Bei Namen wie Llewellyn oder Rhys müsst ihr damit rechnen, dass ihr die Aussprache oder Schreibweise im Alltag häufiger erklären müsst. Probiert am besten aus, wie der Vorname in Kombination mit eurem Nachnamen klingt und ob ein harter Bruch zwischen einem keltischen Vornamen und einem sehr traditionell deutschen Nachnamen entsteht.

Wie ihr bei der Namenssuche weiter vorgeht

Um herauszufinden, welche walisischen oder keltischen Namen euch beiden gefallen, könnt ihr systematisch vorgehen. Nutzt dafür die HeyName App. Ihr könnt eure Geräte per Einladung verbinden und Namensvorschläge unabhängig voneinander bewerten. Wischt die Namen einfach auf "Favorit", "Vielleicht" oder "Passt nicht".

Namen, die ihr beide als Favorit markiert habt, erscheinen sofort als gemeinsame Treffer in eurer Liste. So seht ihr auf einen Blick, wo ihr euch einig seid. Nutzt die Filter nach Land oder Sprache, um gezielt nach Namen aus dem britischen oder keltischen Raum zu suchen. In eurer engeren Auswahl könnt ihr bis zu drei Favoriten nebeneinander vergleichen und den Vornamen direkt mit eurem Nachnamen sowie einem möglichen Zweitnamen ausprobieren. Das hilft euch, eine sachliche und gemeinsame Entscheidung zu treffen.

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