Gemeinsam entscheiden

Ein Kind nach dem Paten benennen: So trefft ihr die Entscheidung

Früher war es eine feste Tradition, das Kind nach dem Taufpaten oder der Taufpatin zu benennen. Heute ist diese Vorgabe im Namensrecht nicht mehr verankert, wird aber von vielen Familien als Zeichen der Verbundenheit weiterhin genutzt. Ob als Rufname oder als Zweitname: Wenn ihr überlegt, den Namen des Paten an euer Kind weiterzugeben, gibt es einige praktische Aspekte zu klären. Dieser Leitfaden hilft euch bei der gemeinsamen Entscheidung.

HeyName · 7 Min. Lesezeit

Darauf kommt es bei der Namenswahl nach Paten an

Die Entscheidung, ob und wie der Name des Paten oder der Patin an das Kind weitergegeben wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es geht darum, eine Lösung zu finden, mit der ihr als Eltern zufrieden seid und die gleichzeitig die gewünschte Verbindung zum Paten herstellt.

Die Position des Namens: Die häufigste Variante ist heute die Vergabe des Patennamens als Zweitname. Das hat den praktischen Vorteil, dass das Kind einen eigenen, individuellen Rufnamen erhält, die familiäre oder freundschaftliche Verbindung aber in den offiziellen Dokumenten festgehalten ist. Wenn der Name des Paten als Rufname gewählt wird, solltet ihr bedenken, dass dies im Alltag – etwa bei Familienfeiern – zu Verwechslungen führen kann.

Modernisierung und Abwandlung: Viele traditionelle Namen von Paten entsprechen möglicherweise nicht eurem Geschmack für einen modernen Rufnamen. Hier bietet es sich an, Abwandlungen, Kurzformen oder internationale Varianten des Namens zu nutzen. So bleibt der Ursprung erhalten, aber der Name passt besser zu euren Vorstellungen. Auch geschlechtsübergreifende Abwandlungen sind möglich, wenn beispielsweise ein Pate für ein Mädchen oder eine Patin für einen Jungen benannt wird (etwa Paul zu Paula oder Antonia zu Anton).

Offene Kommunikation: Eine Benennung nach dem Paten sollte niemals aus einem reinen Pflichtgefühl heraus geschehen. Wenn ihr euch gegen den Namen entscheidet, ist es hilfreich, dies frühzeitig und sachlich zu kommunizieren, falls von Seiten der Familie eine entsprechende Erwartungshaltung besteht. Die Rolle des Paten definiert sich durch die Begleitung des Kindes, nicht durch den Vornamen.

Ein Ablauf in fünf Schritten: So findet ihr eine gemeinsame Lösung

Die Diskussion über Vornamen aus dem direkten Umfeld ist oft mit Erwartungen verknüpft. Um diese Entscheidung als Paar strukturiert und sachlich zu treffen, könnt ihr den folgenden Ablauf nutzen.

1. Klärt eure grundsätzliche Haltung
Sprecht zunächst darüber, ob ihr beide die Idee unterstützt, den Namen des Paten oder der Patin weiterzugeben. Es ist wichtig, dass keiner von euch beiden diesem Schritt nur aus Höflichkeit zustimmt. Klärt in diesem ersten Schritt noch nicht, wie der Name genau lauten soll, sondern nur, ob ihr diese Tradition in eurer Familie aufgreifen möchtet.

2. Legt die Position des Namens fest
Entscheidet gemeinsam, ob der Name des Paten als Erstname (Rufname) oder als Zweitname fungieren soll. Wenn ihr ihn als Zweitnamen plant, könnt ihr bei der Wahl des Rufnamens völlig frei agieren. Steht der Patenname als Zweitname fest, dient er als feste Größe, um den Klang verschiedener Rufnamen in Kombination zu testen.

3. Sammelt mögliche Varianten
Wenn der exakte Vorname des Paten für euch nicht infrage kommt, sucht nach Alternativen. Schreibt den Ursprungsnamen auf und notiert daneben mögliche Kurzformen, internationale Übersetzungen oder Namensvettern aus derselben Namensfamilie. Wenn der Pate beispielsweise Johannes heißt, könnten Hannes, Jan, Johann oder Jannis auf eurer Liste stehen.

4. Nutzt technische Unterstützung für den Abgleich
Um herauszufinden, welche Varianten euch beiden gefallen, könnt ihr den Prozess digital vereinfachen. In der HeyName App könnt ihr eure Geräte per Einladung verbinden und Namen unabhängig voneinander als Favorit markieren oder aussortieren. Namen, die ihr beide mögt, erscheinen als gemeinsame Treffer. Ihr könnt dort auch direkt ausprobieren, wie der Vorname mit dem geplanten Zweitnamen und eurem Nachnamen zusammen klingt, um den Rhythmus der gesamten Namenskombination zu prüfen.

5. Bezieht die betroffene Person ein
Sobald ihr eure Entscheidung getroffen habt, könnt ihr dem Paten oder der Patin davon erzählen. Wenn ihr euch für eine abgewandelte Form entschieden habt, erklärt kurz, dass diese Variante eine bewusste Hommage an sie oder ihn ist. Das beugt Missverständnissen vor und unterstreicht die Wertschätzung.

Zehn Beispiele: Wie ihr den Namen des Paten passend integriert

Die folgenden Beispiele zeigen, wie traditionelle Namen von Paten abgewandelt werden können, um sie als Rufnamen oder passenden Zweitnamen für das Kind zu nutzen.

  • Pate Thomas, Kind Tom: Tom ist als Kurzform von Thomas dokumentiert und wirkt als Rufname kürzer und moderner, während die Verbindung eindeutig bleibt.
  • Patin Katharina, Kind Käthe: Käthe geht auf Katharina zurück; beide Namen teilen die gleiche griechische Wortwurzel, deren Bedeutung oft mit 'die Reine' gedeutet wird.
  • Pate Alexander, Kind Xander: Xander ist eine dokumentierte Kurzform von Alexander und bietet eine eigenständige Alternative, wenn der ursprüngliche Name zu lang erscheint.
  • Patin Elisabeth, Kind Lisa: Lisa ist als Kurzform von Elisabeth etabliert und lässt sich als kurzer Erstname gut mit dem vollen Namen der Patin als Zweitname kombinieren.
  • Pate Michael, Kind Mika: Mika gilt als nordische Kurzform von Michael und bringt den traditionellen Namen in ein aktuelles Klangbild.
  • Patin Margarete, Kind Greta: Greta ist eine dokumentierte Kurzform von Margarete, deren lateinische Wortgrundlage 'Perle' bedeutet, und verbindet Tradition mit aktueller Häufigkeit.
  • Pate Christian, Kind Chris: Chris funktioniert als direkte, dokumentierte Kurzform von Christian gut als neutraler Zweitname zu mehrsilbigen Rufnamen.
  • Patin Johanna, Kind Jonna: Jonna ist eine nordische Form von Johanna und eignet sich gut, wenn der Name der Patin abgewandelt, aber erkennbar bleiben soll.
  • Pate Heinrich, Kind Henri: Henri ist die französische Form von Heinrich und wird heute im deutschen Sprachraum häufig als eigenständiger, weicherer Rufname vergeben.
  • Patin Susanne, Kind Sanna: Sanna ist als schwedische Kurzform von Susanne dokumentiert, deren hebräische Ursprungsform 'Lilie' bedeutet, und bietet eine seltene, aber direkte Alternative.

Häufige Fragen zur Benennung nach Taufpaten

Muss das Kind den Namen des Paten tragen?
Nein. Weder das deutsche Namensrecht noch die großen christlichen Kirchen schreiben vor, dass ein Kind den Namen seines Paten erhalten muss. Es handelt sich um einen reinen Brauch, der früher der Ehrung diente, heute aber völlig freiwillig ist. Ihr seid in eurer Namenswahl nicht eingeschränkt.

Was tun, wenn uns der Name des Paten überhaupt nicht gefällt?
Wenn weder der Originalname noch eine Abwandlung für euch infrage kommen, verzichtet auf die Namensweitergabe. Die Übernahme eines Patenamtes ist nicht an den Vornamen gebunden. Eine Alternative kann sein, lediglich den gleichen Anfangsbuchstaben für den Zweitnamen des Kindes zu wählen, um eine subtile Verbindung zu schaffen, ohne den Namen selbst zu übernehmen.

Dürfen wir den Namen des Paten als Rufnamen wählen?
Ja, das ist rechtlich problemlos möglich. Ihr solltet lediglich die praktischen Auswirkungen im Alltag bedenken. Wenn Pate und Kind denselben Rufnamen tragen und häufig Kontakt haben, müsst ihr möglicherweise Spitznamen etablieren, um im Gespräch klarzumachen, wer von beiden gerade gemeint ist.

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