Geschichte und Inspiration
Vornamen aus der Literatur: Bekannte Namen aus Buchklassikern
Sucht ihr nach einem Vornamen mit einem kulturellen Hintergrund? Vornamen aus klassischen Romanen und Theaterstücken bieten eine klare Schreibweise und sind vielen Menschen ein Begriff. Dieser Beitrag listet Namen auf, die durch bekannte literarische Werke geprägt wurden. Ihr erfahrt hier, woher die Namen stammen, wie sie hergeleitet werden und worauf ihr bei der Kombination mit dem Nachnamen im Alltag achten solltet.
Literarische Herkunft und Namensgeschichte
Wenn ein Name als "literarisch" gilt, bedeutet das in den seltensten Fällen, dass der Autor oder die Autorin ihn komplett neu erfunden hat. Meistens griffen Schriftsteller auf bestehende Namen ihrer Zeit und ihres Sprachraums zurück. Durch den Erfolg des Buches wurde der Name dann einer breiten Öffentlichkeit bekannt und oft über Jahrhunderte hinweg weitergegeben. Die eigentliche Wortbedeutung eines literarischen Namens ist daher fast immer älter als das Buch selbst. Es gibt jedoch Ausnahmen, bei denen Autoren Namen aus geografischen Bezeichnungen ableiteten oder kindliche Spitznamen als offizielle Vornamen etablierten.
Die Namen und ihre Herleitung
Alice
Dieser Name wurde weltweit durch Lewis Carrolls Kinderbuch "Alice im Wunderland" (1865) bekannt. Alice ist als altfranzösische und englische Kurzform von Adelheid dokumentiert. Die althochdeutsche Wortgrundlage setzt sich aus "adal" (edel) und "heit" (Art, Wesen) zusammen.
Arthur
Arthurs genaue Herkunft ist nicht abschließend geklärt. Eine Erklärung verbindet den Namen mit dem keltischen Wort für Bär; daneben werden weitere Ursprünge diskutiert. In der britischen Artussage steht Arthur im Mittelpunkt.
Bastian
In Michael Endes "Die unendliche Geschichte" (1979) trägt der Protagonist diesen Namen. Bastian ist als Kurzform von Sebastian dokumentiert. Die Herleitung geht auf das griechische "sebastos" (ehrwürdig) zurück, was später im Lateinischen als "Sebastianus" (der aus der Stadt Sebaste Stammende) genutzt wurde.
Daisy
Bekannt aus F. Scott Fitzgeralds Roman "Der große Gatsby" (1925). Der Name geht direkt auf das englische Wort für Gänseblümchen zurück. Die altenglische Wortgrundlage lautet "dæges eage", was übersetzt "Auge des Tages" bedeutet.
Dorian
Oscar Wilde wählte diesen Namen für seinen Roman "Das Bildnis des Dorian Gray" (1890). Die Herleitung ist dokumentiert: Der Name bezieht sich auf den antiken griechischen Volksstamm der Dorer (Dorier).
Emma
Jane Austen veröffentlichte ihren Roman "Emma" im Jahr 1815. Der Name ist althochdeutschen Ursprungs und geht auf die Silbe "ermen" zurück. Die dokumentierte Wortbedeutung lautet "allumfassend" oder "groß".
Flora
Ein Name, der in verschiedenen Klassikern auftaucht, unter anderem in Henry James' "The Turn of the Screw" (1898). Flora ist in der römischen Mythologie als die Göttin der Blüte und des Frühlings dokumentiert. Die lateinische Grundlage "flos" bedeutet Blume.
Holden
J.D. Salinger prägte diesen Vornamen 1951 durch die Hauptfigur in "Der Fänger im Roggen". Holden war ursprünglich ein englischer Nachname und Ortsname. Die altenglische Grundlage bedeutet "tiefes Tal".
Jane
Charlotte Brontës Roman "Jane Eyre" (1847) machte diesen Namen zu einem literarischen Dauerbrenner. Jane ist als englische Form von Johanna dokumentiert. Die hebräische Wortgrundlage bedeutet "Jahwe ist gnädig".
Josephine
In Louisa May Alcotts Klassiker "Little Women" (1868) ist Josephine, genannt Jo, die Hauptfigur. Der Name ist die französische weibliche Form von Joseph. Die hebräische Ursprungsform bedeutet "Gott fügt hinzu".
Juliet
William Shakespeares Tragödie "Romeo und Julia" (ca. 1597) nutzt im englischen Original diesen Namen. Juliet ist die englische Form von Julia. Der Name geht auf das antike römische Patriziergeschlecht der Julier zurück.
Levin
Der deutsche Vorname Levin gehört zu Leobwin beziehungsweise Liebwin. Seine Bestandteile liob und wini bedeuten „lieb“ und „Freund“. Diese Herleitung bezieht sich auf den Vornamen; gleich geschriebene Familiennamen sind gesondert zu betrachten. In „Anna Karenina“ ist Lewin beziehungsweise Levin ein Familienname der Figur Konstantin. Seine literarische Verwendung belegt nicht die Herkunft des gleich geschriebenen deutschen Vornamens.
Lucie
Charles Dickens verwendete diesen Namen für eine Hauptfigur in "Eine Geschichte aus zwei Städten" (1859). Lucie ist die französische und englische Form von Lucia. Die lateinische Wortgrundlage "lux" bedeutet Licht.
Nora
Henrik Ibsens Theaterstück "Nora oder Ein Puppenheim" (1879) machte den Namen international bekannt. Nora ist als Kurzform der Namen Eleonora oder Honora dokumentiert.
Oliver
Oliver geht auf die altfranzösische Form Olivier zurück. Die ältere Herkunft ist nicht abschließend geklärt. Diskutiert werden sowohl eine Verbindung zu lateinisch oliva, „Olivenbaum“, als auch ein germanischer Ausgangsname. „Frieden“ ist ein symbolischer Bezug, keine wörtlich gesicherte Namensbedeutung.
Penelope
Penelope ist ein griechischer Name, bekannt als Name der Frau des Odysseus. Seine ursprüngliche Bedeutung ist nicht abschließend geklärt. Eine Verbindung zu einer Entenbezeichnung und eine Erklärung über das Weben werden diskutiert. „Die Weberin“ ist keine gesicherte Übersetzung.
Romeo
Die männliche Hauptfigur in Shakespeares berühmtester Tragödie. Der Name stammt aus dem Italienischen. Die historische Bedeutung ist klar dokumentiert und lautet "der Rom-Pilger".
Ronja
Astrid Lindgren schuf Ronja für „Ronja Räubertochter“ aus einem Teil des Seenamens Juronjaure. Diese literarische Entstehung ist dokumentiert. Eine ältere eigenständige Wortbedeutung des Vornamens ergibt sich daraus nicht.
Silas
Silas ist der Name eines Begleiters des Paulus im Neuen Testament. Eine Kurzform von Silvanus ist die wahrscheinlichste Erklärung; daneben wird eine Verbindung zu Saul über das Aramäische diskutiert. Eine zweifelsfrei gesicherte einzelne Wortbedeutung lässt sich nicht angeben.
Wendy
J.M. Barrie etablierte diesen Namen 1904 in seinem Theaterstück "Peter Pan". Es ist dokumentiert, dass der Name durch das Stück populär wurde. Er geht auf die kindliche Aussprache "fwendy" für das englische Wort "friend" (Freund) zurück.
Englische und französische Namen im deutschen Sprachraum
Viele literarische Klassiker stammen aus England, den USA oder Frankreich. Wenn ihr euch für einen Namen wie Holden, Daisy oder Juliet entscheidet, solltet ihr die Kombination mit eurem Nachnamen prüfen. Ein englisch ausgesprochener Vorname kann in Verbindung mit einem sehr traditionellen deutschen Nachnamen im Alltag einen harten Kontrast bilden.
Zudem ist bei Namen wie Alice oder Lucie die Aussprache nicht immer auf den ersten Blick eindeutig. Alice kann deutsch (mit hörbarem E am Ende), englisch oder französisch gesprochen werden. Überlegt euch im Vorfeld, welche Aussprache ihr bevorzugt und ob ihr bereit seid, diese bei neuen Kontakten, im Kindergarten oder in der Schule gelegentlich zu korrigieren.
Wie ihr die Auswahl weiter eingrenzt
Wenn euch einige dieser literarischen Namen zusagen, geht es nun darum, eine gemeinsame Schnittmenge zu finden. In der HeyName App könnt ihr Namen unabhängig voneinander bewerten. Zieht die Namen einfach auf "Favorit", "Vielleicht" oder "Passt nicht". Namen, die ihr beide als Favorit markiert habt, erscheinen anschließend als eure gemeinsamen Treffer.
Im nächsten Schritt könnt ihr eure engere Auswahl gemeinsam besprechen. Die App bietet euch die Möglichkeit, den Vornamen direkt mit eurem Nachnamen und einem möglichen Zweitnamen auszuprobieren. So seht ihr sofort das Schriftbild. Um die Entscheidung zu erleichtern, könnt ihr bis zu drei Favoriten nebeneinander vergleichen und prüfen, welcher literarische Name am besten zu eurer Familie passt.
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