Geschichte und Inspiration
Vornamen der 1950er und 1960er Jahre: Herkunft und Bedeutung
Sucht ihr für euer Kind einen Vornamen, der in der Nachkriegszeit und während des Wirtschaftswunders häufig vergeben wurde? Diese Generation der Namen zeichnet sich durch eine Abkehr von sehr langen, traditionellen Vornamen aus. Stattdessen wurden oft kürzere Formen oder Namen mit nordischen und englischen Einflüssen gewählt. Dieser Beitrag zeigt euch eine Auswahl typischer Namen der 1950er und 1960er Jahre und ordnet ihre Herkunft ein.
Der Wandel in der Namensgebung nach dem Krieg
Die Namensgebung der 1950er und 1960er Jahre in Deutschland markiert einen Übergang. Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich der Geschmack spürbar. Während in den Jahrzehnten zuvor oft altdeutsche Namen mit kriegerischen Bedeutungen dominierten, wandten sich Eltern nun anderen Sprachräumen zu.
Skandinavische und friesische Kurzformen wurden im gesamten deutschsprachigen Raum populär. Gleichzeitig etablierten sich Namen aus dem christlichen, hebräischen oder griechisch-römischen Umfeld fest in den Geburtsregistern. Ein weiteres Merkmal dieser Zeit: Ehemalige Kosenamen oder Abkürzungen wurden endgültig als eigenständige, offizielle Vornamen anerkannt und eingetragen.
Typische Namen der Epoche und ihre Herleitung
Thomas
Dieser Vorname geht auf den aramäischen Begriff "te'oma" zurück. Die dokumentierte Wortgrundlage bedeutet "Zwilling". Der Name war in den 1960er Jahren im gesamten deutschsprachigen Raum sehr häufig vertreten.
Sabine
Die lateinische Herkunft ist dokumentiert. Der Name bedeutet "die Sabinerin" und bezieht sich auf einen antiken Volksstamm in Mittelitalien, der in der römischen Geschichte eine Rolle spielte.
Michael
Dieser Name stammt aus dem Hebräischen. Er setzt sich aus den Elementen "mi", "ke" und "el" zusammen, was wörtlich übersetzt "Wer ist wie Gott?" bedeutet.
Susanne
Die griechische und lateinische Form geht auf den hebräischen Namen Schoschanna zurück. Die dokumentierte Wortbedeutung ist "Lilie", in späteren Übersetzungen wird der Name auch mit "Rose" wiedergegeben.
Andreas
Der Name hat griechische Wurzeln. Er leitet sich von dem Wort "andreios" ab, was "mannhaft" oder "tapfer" bedeutet.
Karin
Dies ist eine schwedische Kurzform von Katharina. Die oft genannte Übersetzung "die Reine" ist eine verbreitete Deutung, die auf das griechische Wort "katharos" zurückgeht. Die tatsächliche Ursprungsbedeutung von Katharina ist etymologisch jedoch nicht abschließend gesichert.
Klaus
Eine Kurzform von Nikolaus, die in dieser Epoche als eigenständiger Rufname eingetragen wurde. Die griechischen Bestandteile "nike" und "laos" bedeuten "Sieg" und "Volk".
Petra
Dies ist die weibliche Form von Peter. Die lateinische und griechische Wortgrundlage "petra" ist dokumentiert und bedeutet "Fels" oder "Stein".
Uwe
Ein Name mit friesischen und skandinavischen Wurzeln. Die genaue Wortbedeutung dieser Namensfamilie ist nicht sicher geklärt. Er wird oft auf altdeutsche Wörter für "Schwert" oder "tätig sein" zurückgeführt, eine einzige pauschale Bedeutung wäre hier aber zu ungenau.
Martina
Die weibliche Form von Martin. Die römische Namensgeschichte ist dokumentiert und bedeutet "dem (Kriegsgott) Mars geweiht" oder "zum Mars gehörend".
Jürgen
Eine niederdeutsche Form von Georg. Die griechische Wortgrundlage "georgos" setzt sich aus "ge" (Erde) und "ergon" (Arbeit) zusammen und bedeutet "Landarbeiter" oder "Bauer".
Monika
Die ältere Wortbedeutung dieses Namens ist nicht sicher geklärt. Es existieren verschiedene Herleitungen, etwa aus dem Griechischen ("die Alleinige") oder dem Lateinischen ("die Beraterin"). Gesichert ist, dass der Name in den 1950er Jahren sehr häufig vergeben wurde.
Stefan
Geht auf den griechischen Namen Stephanos zurück. Die dokumentierte Wortbedeutung ist "Kranz" oder "Krone". Häufige Schreibvarianten in den Geburtsregistern sind Stefan und Stephan.
Ute
Ein Name aus dem althochdeutschen Sprachraum. Er leitet sich vom Wortstamm "ot" ab, was als "Erbgut" oder "Besitz" dokumentiert ist.
Frank
Dieser Name hat althochdeutsche Wurzeln. Er bezeichnete ursprünglich die Zugehörigkeit zum Volksstamm der Franken und bedeutet im übertragenen Sinn "der Freie".
Heike
Eine niederdeutsche und friesische Kurzform von Namen wie Friederike oder Henrike. Bei der Herleitung von Henrike bedeuten die althochdeutschen Elemente "Heim" und "mächtig" oder "Herrscherin".
Bernd
Eine verselbstständigte Kurzform von Bernhard. Die althochdeutschen Bestandteile "bero" und "harti" bedeuten "Bär" und "hart" beziehungsweise "stark".
Birgit
Die skandinavische Form von Brigitta, die wiederum auf den irischen Namen Brighid zurückgeht. Die keltische Wortgrundlage bedeutet "die Erhabene".
Dirk
Eine niederdeutsche Kurzform von Dietrich. Die althochdeutschen Elemente "diot" und "rihhi" bedeuten "Volk" und "mächtig" oder "Herrscher".
Andrea
Die weibliche Form von Andreas. Wie beim männlichen Pendant ist die griechische Wortgrundlage "andreios" dokumentiert, was "tapfer" bedeutet.
So kombiniert ihr Namen dieser Generation mit eurem Nachnamen
Namen aus den 1950er und 1960er Jahren haben eine spezifische Lautstruktur. Sie sind meist zwei- oder dreisilbig und enden bei Mädchen oft auf -e oder -a, bei Jungen häufig auf Konsonanten.
Wenn ihr einen solchen Namen wählt, prüft das Zusammenspiel mit eurem Familiennamen. Ein kurzer Vorname wie Dirk oder Ute passt rhythmisch gut zu einem längeren, mehrsilbigen Nachnamen. Endet der Vorname auf den gleichen Buchstaben, mit dem der Nachname beginnt (zum Beispiel "Klaus Schmidt" oder "Sabine Engel"), kann das beim Sprechen verschmelzen. Sprecht die Kombination aus Vor- und Nachname am besten mehrmals laut aus, um den Sprachfluss zu testen. Viele Eltern nutzen diese Namen heute auch als Zweitnamen, um eine Verbindung zu den Großeltern herzustellen, ohne ihn als primären Rufnamen zu vergeben.
Gemeinsam die engere Auswahl besprechen
Wenn euch Namen aus der Zeit des Wirtschaftswunders ansprechen, sammelt zunächst unabhängig voneinander eure Ideen. Mit der HeyName App könnt ihr Vornamen getrennt auf eurem jeweiligen Gerät als "Favorit", "Vielleicht" oder "Passt nicht" bewerten. Verbindet eure Smartphones dafür einfach per Einladung.
Namen, die ihr beide als Favorit markiert habt, erscheinen dann als gemeinsame Treffer. So seht ihr sofort, bei welchen Vornamen ihr Überschneidungen habt. Anschließend könnt ihr eure engere Auswahl gemeinsam besprechen und direkt in der App ausprobieren, wie der Vorname mit eurem Nachnamen oder einem möglichen Zweitnamen aussieht.
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