Bedeutung und Natur
Vornamen aus dem Kalender: Monatsnamen und ihre Herkunft
Viele Eltern ziehen Namen in Betracht, die sich direkt oder indirekt auf Monate beziehen. Dieser Beitrag ordnet die bekanntesten Monatsnamen als Vornamen ein und erklärt ihre Herkunft. Ihr erfahrt, welche Namen aus dem Kalender stammen, welche antiken Wurzeln dahinterstecken und worauf ihr bei der Kombination mit Nachnamen oder Zweitnamen achten solltet.
Die historischen Wurzeln der Monatsnamen
Die Namen der Monate, wie wir sie heute kennen, gehen größtenteils auf den antiken römischen Kalender zurück. Dieser bildete die Grundlage für den heute weltweit verbreiteten gregorianischen Kalender. Die Herkunft der Monatsnamen lässt sich grob in drei Gruppen einteilen:
- Götter und Feste: Die ersten Monate des Jahres wurden nach römischen Gottheiten oder wichtigen Festen benannt. Der Januar geht auf Janus zurück, den Gott des Anfangs. Der März verdankt seinen Namen dem Kriegsgott Mars, der Mai der Erdgöttin Maia und der Juni der Göttin Juno.
- Historische Herrscher: Der Juli und der August wurden später zu Ehren römischer Herrscher umbenannt. Der Juli ehrt Julius Cäsar, der August den Kaiser Augustus.
- Zahlen: Der ursprüngliche römische Kalender begann im März und hatte nur zehn Monate. Daher leiten sich die Namen von September bis Dezember schlicht von den lateinischen Zahlen für sieben (septem), acht (octo), neun (novem) und zehn (decem) ab.
Als Vornamen haben sich im deutschsprachigen Raum vor allem die englischen und französischen Übersetzungen der Monate (wie April oder June) sowie die römischen Ursprungsformen (wie Julius oder August) etabliert. Die direkten deutschen Monatsbezeichnungen wie "Januar" oder "März" sind als Vornamen völlig unüblich und werden von Standesämtern in der Regel nicht akzeptiert.
Monatsnamen und ihre Namensfamilien
Hier findet ihr eine Übersicht von Namen, die eng mit den Monaten des Jahres verbunden sind, aufgeteilt nach ihrer Herkunft und Bedeutung.
January
Der englische Name für den Januar wird im angelsächsischen Raum gelegentlich als Vorname vergeben. Die Wortgrundlage ist der römische Gott Janus, der in der Mythologie für Anfang und Ende sowie für Türen und Tore steht.
Gennaro
Ein italienischer Vorname, der direkt auf das lateinische "Januarius" zurückgeht. Er bedeutet wörtlich "dem Janus zugehörig" und ist etymologisch eng mit dem ersten Monat des Jahres verwandt.
April
Der englische Monatsname ist als Vorname weithin etabliert. Die Herkunft des lateinischen Ursprungswortes "Aprilis" ist nicht eindeutig geklärt. Eine verbreitete Deutung führt den Namen auf das lateinische Verb "aperire" (öffnen) zurück, was oft als das Öffnen der Knospen im Frühling interpretiert wird. Eine andere dokumentierte Herleitung sieht den Ursprung in einer etruskischen Form der griechischen Göttin Aphrodite. Eine einzige pauschale Bedeutung lässt sich daher nicht festlegen.
Avril
Die französische Form von April. Im deutschsprachigen Raum solltet ihr hier die Aussprache bedenken, da das "V" und die Betonung auf der zweiten Silbe für manche Menschen ungewohnt sein können.
Abril
Die spanische und portugiesische Variante von April. Sie wird im deutschsprachigen Raum seltener vergeben, ist aber eine etablierte Schreibweise im romanischen Sprachraum.
May
Der englische Name für den Monat Mai geht auf die römische Erdgöttin Maia zurück. Gleichzeitig ist May als Kurzform der Namen Mary oder Margaret dokumentiert. Der Name hat also mehrere Ursprünge, weshalb sich die Bedeutung nicht auf eine einzige Herleitung reduzieren lässt.
Mae
Eine im englischsprachigen Raum häufig gewählte Schreibvariante von May. Sie wird oft als eigenständiger Vorname oder als kurzer Zweitname genutzt.
Mai
Mai hat verschiedene Ursprünge: In Nordeuropa kommt es als Kurzform von Maria vor. Im Japanischen hängt die Bedeutung von den Schriftzeichen ab; 舞 bedeutet „Tanz“. Die vietnamesische Namensform gehört zu einer Bezeichnung für die Mume, eine Pflaumen- beziehungsweise Aprikosenart.
June
Der englische Name für den Monat Juni. Er leitet sich von der römischen Göttin Juno ab, die in der Mythologie als Beschützerin der Ehe und der Frauen gilt. Im Deutschen wird der Name meist englisch ausgesprochen ("Dschun").
Juno
Der direkte Name der römischen Göttin und die sprachliche Wurzel des Monats Juni. Der Name wird im deutschsprachigen Raum zunehmend vergeben und meist deutsch ausgesprochen (mit langem "U" am Ende).
Junia
Ein antiker römischer Familienname, der zur gleichen Namensfamilie wie Juno und der Monat Juni gehört. Der Name ist bereits im Neuen Testament dokumentiert und bietet eine klassische, auf "a" endende Alternative zu June.
July
Der englische Name für den Monat Juli. Als Vorname ist er seltener als April oder June, wird aber im englischsprachigen Raum vergeben. Er teilt seine Wurzeln mit dem römischen Namen Julius.
Julius
Julius ist ein römischer Familienname, der die Zugehörigkeit zu den Juliern bezeichnet. Seine ältere Wortbedeutung ist ungeklärt. Eine Verbindung zu Jupiter oder zu griechisch ioulos, „Flaum“, gehört zu den diskutierten Erklärungen.
Julia
Die weibliche Form von Julius und damit ebenfalls etymologisch eng mit dem Monat Juli verbunden. Ein klassischer Name, der in vielen Sprachen und Kulturen funktioniert.
August
Der Name geht auf den römischen Kaiser Augustus zurück, nach dem der achte Monat des Jahres benannt wurde. Das lateinische Wort "augustus" bedeutet "ehrwürdig" oder "erhaben". Im Deutschen ist August ein traditioneller Vorname, der nach einer Zeit der Seltenheit wieder häufiger vergeben wird.
Augusta
Die weibliche Form von August. Sie wurde im Römischen Reich als Ehrentitel für weibliche Angehörige des Kaiserhauses verwendet und teilt die Bedeutung "ehrwürdig".
Augustin
Eine Weiterbildung des Namens Augustinus, der wiederum auf Augustus zurückgeht. Er gehört zur selben Namensfamilie wie der Monatsname.
Octavia
Der Name für den Monat Oktober stammt vom lateinischen Wort "octo" (acht). Octavia ist ein dokumentierter römischer Familienname, der wörtlich "die Achte" bedeutet und diese sprachliche Wurzel teilt.
November
Der englische Monatsname wird im angelsächsischen Raum vereinzelt als Vorname vergeben. Er leitet sich vom lateinischen "novem" (neun) ab. In Deutschland ist die Zulassung als Vorname oft vom zuständigen Standesamt abhängig, da der Name sehr selten ist.
Monatsnamen im Alltag: Aussprache und Kombinationen
Wenn ihr euch für einen Monatsnamen entscheidet, gibt es einige praktische Punkte zu beachten. Da viele dieser Namen aus dem Englischen stammen, solltet ihr prüfen, wie gut der Vorname zu eurem Nachnamen passt. Ein englisch ausgesprochener Name wie June oder April in Kombination mit einem sehr traditionellen deutschen Nachnamen kann einen starken sprachlichen Kontrast bilden. Sprecht den Vor- und Nachnamen mehrmals laut zusammen aus, um den Rhythmus zu testen.
Monatsnamen eignen sich auch sehr gut als Zweitnamen. Wenn ihr den Geburtsmonat eures Kindes abbilden möchtet, der Name aber als Rufname zu ungewöhnlich erscheint, ist die Position als Zweitname ein guter Kompromiss. So steht der Name in den Dokumenten, drängt sich im Alltag aber nicht auf.
Beachtet zudem, dass englische Monatsnamen wie April oder June in Deutschland von Standesämtern in der Regel problemlos als Vornamen anerkannt werden. Bei sehr seltenen Varianten wie November oder January kann es vorkommen, dass das Standesamt Nachfragen stellt, da der Wortcharakter (Substantiv) hier stark im Vordergrund steht.
Wie ihr weiter vorgeht
Um herauszufinden, ob ein Monatsname oder eine verwandte Form zu euch passt, solltet ihr die Namen zunächst sammeln und strukturieren. Überlegt gemeinsam, ob ihr eher einen direkten englischen Monatsnamen wie April bevorzugt oder ob euch die antiken Wurzeln wie Julius oder Juno mehr zusagen.
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