Mythologie und Religion

Vornamen aus der keltischen Mythologie und der Artussage

Sucht ihr einen Vornamen mit historischem und literarischem Hintergrund? Die keltische Mythologie und die Artussage bieten einen großen Fundus an Namen. Viele davon haben sich über Jahrhunderte entwickelt und werden auch im deutschsprachigen Raum vergeben. Dieser Beitrag zeigt euch, woher diese Vornamen stammen, welche Bedeutungen sich historisch belegen lassen und worauf ihr bei der Schreibweise und Aussprache achten solltet.

HeyName · 7 Min. Lesezeit

Herkunft und literarische Einordnung der Namen

Die Namen dieser Gruppe stammen aus verschiedenen keltischen Sprachräumen – vor allem aus dem Walisischen, Irischen und Bretonischen. Die Artussage, wie wir sie heute kennen, ist kein einheitlicher historischer Bericht, sondern ein literarisches Konstrukt. Sie wurde im Mittelalter von Autoren wie Geoffrey of Monmouth und Chrétien de Troyes aus älteren mündlichen Überlieferungen geformt und erweitert.

Das bedeutet für die Vornamen: Viele Figuren haben sowohl eine ältere keltische Wurzel als auch eine jüngere, oft französisch oder lateinisch geprägte literarische Form. Einige Namen wurden von mittelalterlichen Autoren sogar komplett neu gebildet, um in ihre Versmaße zu passen. Daher gibt es bei vielen dieser Namen nicht die eine, eindeutige Übersetzung, sondern eine vielschichtige Namensgeschichte.

Die Namen im Detail

Arthur
Arthurs genaue Herkunft ist nicht abschließend geklärt. Eine Erklärung verbindet den Namen mit dem keltischen Wort für Bär; daneben werden weitere Ursprünge diskutiert. Im Deutschen wird das „th“ wie ein „t“ gesprochen; im Englischen klingt es anders.

Merlin
Dieser Name geht dokumentiert auf den altwalisischen Namen Myrddin zurück. Die Wortgrundlage bedeutet "Meeresfestung". Der mittelalterliche Autor Geoffrey of Monmouth latinisierte den Namen zu Merlinus. In der heutigen Form ist Merlin im deutschsprachigen Raum etabliert und unkompliziert in der Schreibweise.

Morgana
Die Herkunft dieses Namens wird verbreitet auf das altwalisische Morcant zurückgeführt. Die Wortbestandteile werden oft als "Meer" und "Kreis" oder "hell" gedeutet. Morgana ist die latinisierte Form, die sich sehr gut in den deutschen Sprachgebrauch einfügt. Eine kürzere Variante ist Morgan.

Gawain
Dieser Name wird verbreitet als anglisierte Form des walisischen Gwalchmei angesehen. Das wird oft mit "Falke des Mai" oder "Falke der Ebene" übersetzt. Im Deutschen erfordert die englische Aussprache (meist Ga-wän oder Ga-wäin) oft eine kurze Erklärung im Alltag.

Tristan
Tristan wird wahrscheinlich mit dem älteren piktischen Drustan verbunden. Die französische Form wurde durch die Ähnlichkeit zu triste, „traurig“, beeinflusst. „Der Traurige“ ist deshalb keine gesicherte ursprüngliche Bedeutung des Namens.

Isolde
Die genaue Namensgeschichte ist unklar. Es gibt dokumentierte germanische Wurzeln, die sich aus "is" (Eis) und "hiltja" (Kampf) zusammensetzen. Es werden in der Forschung aber auch keltische Ursprünge vermutet, die bisher nicht sicher belegt sind.

Guinevere
Dieser Name ist die anglo-normannische Form des walisischen Gwenhwyfar. Die Wortgrundlage ist dokumentiert und setzt sich aus "gwen" (weiß, hell, heilig) und "hwyfar" (Geist, Schatten) zusammen.

Lancelot
Die Herkunft dieses Namens ist nicht sicher geklärt. Er taucht erstmals in den Texten des französischen Autors Chrétien de Troyes auf. Eine verbreitete Deutung sieht in ihm eine Ableitung des germanischen Namens Lanzo, der auf das Wort für "Land" zurückgeht.

Percival
Auch dieser Name wurde wahrscheinlich von Chrétien de Troyes als "Perceval" literarisch geprägt. Eine verbreitete Deutung leitet ihn aus dem Altfranzösischen ab ("perce val" – durchquere das Tal). Andere Theorien sehen eine Verbindung zum walisischen Namen Peredur. Im Deutschen ist auch die Schreibweise Parzival geläufig.

Gwendolyn
Der Name stammt aus dem Walisischen. Die Wortgrundlage ist dokumentiert und besteht aus "gwen" (weiß, hell) und "dolen" (Ring, Bogen). Er bietet sich an, wenn ihr einen längeren Namen sucht, der sich gut zu Gwen abkürzen lässt.

Rhiannon
Dieser Name aus der walisischen Mythologie geht dokumentiert auf die ältere keltische Form Rigantona zurück. Die Wortgrundlage bedeutet "große Königin".

Finn
Der irische Name Finn gehört zu Fionn und zum Wort für „weiß“ oder „hell“. Der nordische Name geht unabhängig davon auf Finnr zurück, eine historische Bezeichnung für einen Samen oder einen Menschen aus Finnland.

Oisin
Ein traditioneller irischer Name aus der Mythologie. Er ist dokumentiert als Zusammensetzung aus dem altirischen Wort "os" (Hirsch) und einer Verkleinerungssilbe, bedeutet also "kleiner Hirsch". Die irische Aussprache lautet in etwa "O-schien".

Maeve
Dies ist die anglisierte Schreibweise des altirischen Namens Medb. Eine verbreitete Deutung übersetzt den Namen der mythologischen Königin von Connacht mit "die Berauschende". Die Aussprache lautet "Mäiv".

Enid
Ein Name aus der walisischen Literatur, der auch in der Artussage vorkommt. Die Herleitung ist dokumentiert: Das walisische Wort "enaid" bedeutet "Seele" oder "Leben".

Gareth
Gareth ist als Rittername aus der Artussage überliefert. Seine ältere Wortbedeutung ist ungeklärt. Walisische Herleitungen werden diskutiert; „der Sanftmütige“ ist keine gesicherte Übersetzung.

Elaine
In der Artussage tragen mehrere Figuren diesen Namen. Er ist dokumentiert als altfranzösische Form von Helena, was auf das griechische Wort für "Fackel" oder "Licht" zurückgeht.

Viviane
Die Namensgeschichte der mythologischen "Herrin vom See" ist nicht eindeutig geklärt. Eine verbreitete Deutung leitet den Namen vom lateinischen "vivus" (lebendig) ab. Andere Theorien vermuten einen keltischen Ursprung, der im Laufe der Zeit latinisiert wurde.

Dylan
Ein Name aus der walisischen Mythologie, der mit dem Meer verbunden ist. Die Wortgrundlage ist dokumentiert und setzt sich aus "dy" (groß) und "llanw" (Flut, Meer) zusammen.

Bran
Dieser kurze Name kommt sowohl in der irischen als auch in der walisischen Mythologie vor. Die Bedeutung ist dokumentiert: Das keltische Wort "bran" bedeutet "Rabe".

Keltische Schreibweisen im deutschen Alltag

Wenn ihr euch für einen Namen aus der keltischen Mythologie entscheidet, steht ihr oft vor der Wahl zwischen der ursprünglichen Schreibweise und einer anglisierten oder latinisierten Form. Das Gälische und Walisische nutzen Buchstabenkombinationen, die im Deutschen völlig anders gelesen werden. So wird die irische Königin "Medb" geschrieben, aber "Mäiv" gesprochen. Die walisische "Gwenhwyfar" wurde im Englischen zu "Guinevere".

Für den Alltag im deutschsprachigen Raum sind die anglisierten oder latinisierten Formen (wie Maeve, Guinevere, Merlin oder Arthur) meist die praktischere Wahl. Sie ersparen eurem Kind später das ständige Buchstabieren und Erklären der Aussprache. Prüft bei Namen wie Gawain oder Oisin, ob ihr bereit seid, das Umfeld bei der Aussprache regelmäßig zu korrigieren. Sprecht den Vornamen auch mehrmals laut zusammen mit eurem Nachnamen aus. Ein eher weicher, fließender Name wie Elaine oder Merlin bildet oft einen guten Kontrast zu einem harten, konsonantenreichen Nachnamen.

Wie ihr den passenden Namen auswählt

Wenn euch Namen aus diesem Themenbereich zusagen, legt am besten zunächst eine weite Liste an. In der HeyName-App könnt ihr Vornamen unabhängig voneinander nach euren Kriterien filtern und als "Favorit", "Vielleicht" oder "Passt nicht" bewerten. Wenn ihr eure Geräte per Einladung verbindet, seht ihr sofort in einer Übersicht, welche Namen ihr beide als Favorit markiert habt – das sind eure gemeinsamen Treffer.

Nehmt euch diese engere Auswahl vor und besprecht sie konkret. Nutzt die App, um auszuprobieren, wie der jeweilige Vorname zusammen mit eurem Nachnamen aussieht. Ihr könnt dort auch bis zu drei Favoriten direkt nebeneinander vergleichen. So grenzt ihr die Liste schrittweise ein, bis ihr den Namen gefunden habt, der für euch beide am besten funktioniert.

Stand:

Zur Themenübersicht: Mythologie und Religion

Passend zu eurer nächsten Frage