Mythologie und Religion

Vornamen aus der Feen- und Elfenmythologie: Herkunft und Bedeutung

Wenn ihr euch für Vornamen aus der Welt der Feen, Elfen und Naturgeister interessiert, bietet die Mythologie eine breite Auswahl. Dieser Beitrag richtet sich an Eltern, die einen Namen mit mythologischem Hintergrund suchen, aber Wert auf eine klare Herleitung legen. Ihr findet hier Vornamen aus verschiedenen europäischen Sagenwelten sowie aus der bekannten fantastischen Literatur, geordnet nach ihrer sprachlichen Herkunft und Bedeutung.

HeyName · 7 Min. Lesezeit

Woher stammen Feen- und Elfen-Namen?

Namen, die wir heute mit Feen oder Elfen verbinden, stammen meist aus drei großen Quellen. Die erste Quelle ist die germanische und nordische Mythologie. Hier tauchen die sogenannten "Alben" oder "Alfar" auf, die als Naturgeister galten. Viele alte deutsche Namen tragen noch heute die Silbe "Alb" oder "Alf" in sich.

Die zweite große Quelle ist die keltische Sagenwelt, insbesondere aus Irland und Wales. Die irischen "Aos Sí" (das Volk der Hügel) entsprechen dem, was in der Übersetzung oft als Feen oder Elfen bezeichnet wird. Die Namen aus diesem Kulturkreis haben meist gälische oder kymrische Wurzeln.

Die dritte Quelle ist die Literatur. Autoren wie William Shakespeare im 16. Jahrhundert oder J.R.R. Tolkien im 20. Jahrhundert haben entweder auf alte Sagen zurückgegriffen und Namen populär gemacht, oder sie haben für ihre Werke eigene Sprachen und Namen konstruiert, die heute als reguläre Vornamen vergeben werden.

Die Namen im Detail

Alberich
Dieser Vorname geht auf die althochdeutschen Wörter "alb" (Elfe, Naturgeist) und "rihhi" (mächtig, Herrscher) zurück. Die dokumentierte Bedeutung lautet "der Elfenherrscher". In der germanischen Heldensage ist Alberich der König der Zwerge und Elfen.

Alvina
Alvina ist eine weibliche Form zu Namen wie Alwin. Die germanische Wortgrundlage besteht aus den Elementen "alf" (Elfe) und "wini" (Freund). Die dokumentierte Bedeutung ist "die Elfenfreundin".

Arwen
Dieser Name wurde von J.R.R. Tolkien für seine literarische Welt erfunden. In seiner konstruierten Sprache Sindarin ist die Bedeutung als "edle Jungfrau" dokumentiert. Der Name ist eng mit der Figur der Elbenprinzessin aus "Der Herr der Ringe" verknüpft.

Avery
Avery geht auf die normannisch-französische Aussprache des Namens Alberich zurück. Damit teilt der Name die dokumentierte Bedeutung "Elfenherrscher". Er wird im englischsprachigen Raum heute sowohl für Jungen als auch für Mädchen vergeben.

Elara
Elara stammt aus der griechischen Mythologie und bezeichnet dort eine Prinzessin, die von Zeus vor Hera versteckt wurde. Die ältere Wortbedeutung dieser Namensfamilie ist nicht sicher geklärt. Der Name punktet vor allem durch seine Kürze und die unkomplizierte Schreibweise.

Faye
Dieser Name geht auf das mittelenglische "faie" und das altfranzösische "fée" zurück. Die lateinische Wortgrundlage "fata" bedeutet "Schicksalsgöttin". Die dokumentierte Bedeutung des Namens ist schlicht "die Fee".

Fiona
Fiona geht auf das gälische Wort "fionn" zurück, dessen dokumentierte Bedeutung "weiß", "hell" oder "blond" ist. Der Name wurde im 18. Jahrhundert durch den schottischen Dichter James Macpherson populär gemacht und wird oft mit keltischen Feenwesen assoziiert.

Flora
Die lateinische Wortgrundlage dieses Namens bedeutet "Blume". Flora ist als römische Göttin der Blüte und des Frühlings dokumentiert. In vielen späteren Märchen und Sagen tragen Feen diesen Namen, beispielsweise in der Geschichte von Dornröschen.

Lorelei
Der Name geht auf einen markanten Felsen am Rhein zurück, um den sich die Sage einer Nixe rankt. Die oft genannte Übersetzung "murmelnder Fels" ist eine verbreitete Deutung, da die genaue Herkunft des ersten Wortteils historisch umstritten ist.

Mab
Mab ist eine Figur aus der englischen und keltischen Folklore, bekannt als "Queen Mab". Die Namensbedeutung ist unklar; eine oft genannte Deutung verbindet den Namen mit dem walisischen Wort "mab" für "Sohn" oder "Kind", was in Bezug auf eine Feenkönigin jedoch nicht gesichert ist.

Melusine
Melusine ist eine bekannte Wasserfee der europäischen Sagenwelt. Die etymologische Herkunft des Namens ist nicht sicher geklärt. Er wird meist auf französische oder keltische Wurzeln zurückgeführt, eine pauschale Bedeutung lässt sich jedoch nicht belegen.

Morgana
Dieser Name stammt aus der Artus-Sage, wo Morgana als mächtige Fee auftritt. Der Name wird verbreitet mit "die auf dem Meer Geborene" übersetzt; gesichert ist vor allem die Zugehörigkeit zur keltischen Namensfamilie um den Ursprungsnamen Morcant.

Niamh
Niamh ist ein Name aus der irischen Mythologie, wo er von einer Feenkönigin getragen wird. Die dokumentierte altirische Wortgrundlage bedeutet "Glanz" oder "Helligkeit". Achtet hier auf die irische Schreibweise: Der Name wird im Deutschen meist "Niev" oder "Niv" ausgesprochen.

Oberon
Oberon ist die französische Variante des germanischen Namens Alberich. Er teilt dessen dokumentierte Bedeutung "Elfenherrscher" und wurde vor allem durch Shakespeares Stück "Ein Sommernachtstraum" als Name des Elfenkönigs weithin bekannt.

Parisa
Ein Name aus dem persischen Sprachraum. Die dokumentierte Bedeutung setzt sich aus dem Wort "pari" (Fee) und dem Suffix "-sa" (wie) zusammen. Der Name bedeutet übersetzt "wie eine Fee".

Rhiannon
Rhiannon ist eine zentrale Figur der walisischen Mythologie. Die oft genannte Übersetzung "große Königin" ist eine Deutung, die den Namen auf die rekonstruierte keltische Form "Rigantona" zurückführt.

Siofra
Ein Vorname aus dem irischen Sprachraum. Die dokumentierte gälische Wortgrundlage "síofra" bedeutet direkt übersetzt "Elfe", "Naturgeist" oder auch "Wechselbalg".

Tauriel
Tauriel ist ein literarischer Name, der speziell für die Verfilmung des "Hobbit" geschaffen wurde. In der von Tolkien konstruierten Elbensprache Sindarin ist die Bedeutung als "Tochter des Waldes" dokumentiert.

Titania
Der Name geht auf den römischen Dichter Ovid zurück, der damit die Töchter der Titanen bezeichnete. Die dokumentierte Bedeutung ist "die von den Titanen Abstammende". Shakespeare nutzte den Namen später für seine Elfenkönigin.

Undine
Undine geht auf den lateinischen Begriff "unda" zurück, was "Welle" bedeutet. Der Name wurde im 16. Jahrhundert von dem Arzt und Philosophen Paracelsus dokumentiert für Wassergeister eingeführt.

Mythologische Vornamen und moderne Nachnamen kombinieren

Wenn ihr euch für einen Namen aus der Mythologie entscheidet, lohnt sich ein Blick auf das Zusammenspiel mit eurem Nachnamen. Ein sehr seltener, mythologischer Vorname wie Arwen oder Oberon bildet einen starken Kontrast zu einem häufigen, kurzen deutschen Nachnamen wie Müller oder Schmidt. Dieser Kontrast ist nicht falsch, ihr solltet ihn euch aber bewusst machen.

Zudem bringen Namen aus dem keltischen oder gälischen Sprachraum oft eine Schreibweise mit, die im Deutschen nicht intuitiv ist. Bei Namen wie Niamh oder Siofra müsst ihr damit rechnen, dass euer Kind die Schreibweise oder Aussprache später häufiger erklären muss. Wenn ihr diese Hürde umgehen möchtet, könnt ihr den mythologischen Namen auch als Zweitnamen vergeben. So bleibt der Bezug zur Sagenwelt erhalten, während der Rufname im Alltag leichter von der Hand geht.

Wie ihr bei der Namenssuche weiter vorgeht

Mythologische Namen sind oft sehr speziell, und es ist normal, dass beide Elternteile unterschiedliche Favoriten haben. Besprecht gemeinsam, ob ihr eher in die nordische, keltische oder literarische Richtung gehen möchtet. Klärt auch ab, wie wichtig euch eine unkomplizierte Schreibweise im Alltag ist.

In der HeyName App könnt ihr diese und viele weitere Namen unabhängig voneinander als "Favorit", "Vielleicht" oder "Passt nicht" bewerten. Namen, die ihr beide als Favorit markiert habt, erscheinen direkt als gemeinsame Treffer. Ihr könnt in der App auch gezielt Filter nach Herkunft oder Länge setzen, um eure engere Auswahl gemeinsam zu besprechen und den Vornamen direkt mit eurem Nachnamen auszuprobieren.

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